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Lammkarree mit Schneckenkruste |
Wenn man die Zeit und Lust hat, selber Schnecken zu sammeln im Wald,
kann man das gerne machen. Die muss man dann aber schon eine Stunde
auskochen. Der einfachere Weg ist der, dass man von einem guten
Hersteller Elsässer Weinbergschnecken in der Dose kauft.
Für vier Personen braucht man 16 Schnecken, außerdem je eine Schalotte
und eine Knoblauchzehe, einen kleinen Stängel von Rosmarin und Thymian
und ein bisschen Petersilie, das hacke ich alles klein. Dann nehme ich
ein paar Tropfen Orangensaft, ein Eigelb, einen Teelöffel Sauerrahm,
einen Esslöffel Butter und einen Esslöffel Paniermehl. Das Ganze rühre
ich zu einer festen Masse, die mit Salz, Pfeffer und einem kleinen
Schuss Weinbrand abgeschmeckt wird. Damit habe ich die Kruste schon mal
vorbereitet.
Jetzt wird das Lammkarree – ein Kilo mit Knochen – mit Knoblauch und
ein paar Kräutern, Rosmarin und Thymian, angebraten, dann kommt die
Schneckenmasse auf das Fleisch und das Ganze geht für 17 Minuten bei
150 bis 160 Grad in den Ofen.
Im Elsass trinkt man zu Schnecken ganz gerne einen guten Rotwein. Zum
Lammkarree mit Schneckenkruste passt darum auch gut eine schöne
Burgundersauce. Dazu schwitzt man etwas klein geschnittenes Gemüse an –
Karotten, Knollensellerie, Zwiebel, jeweils einen guten Esslöffel voll
–, außerdem wieder etwas Rosmarin und Thymian, das wird dann mit einem
roten Burgunder angegossen. Eine halbe Flasche braucht man schon, damit
die Sauce kräftig wird, außerdem 200 ml Lamm- oder Gemüsefond. Die
Flüssigkeit wird ja stark reduziert.
Als Beilage würde ich gebackene Champignons und ein Pastinakenpüree machen.
Holger Zurbrüggen kocht in seinem Restaurant Balthazar am Kurfürstendamm.
(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 03.08.2008)
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