Einen
weißen Rettich brauchen Sie für diesen Salat, keinen armgroßen
Schwengel, eher wie eine prächtige Möhre; den kauft man frisch auf dem
Markt. Rettich schälen und über Nacht in dieser Marinade einlegen: drei
Esslöffel Zucker, drei Lorbeerblätter, eine Zwiebel und ein Esslöffel
Kurkuma (wegen der Farbe!), 0,1 Liter weißen Balsamico und so viel
Wasser, dass der Rettich bedeckt ist. Wenn man will, kann ihn auch
halbieren oder vierteln, muss aber nicht sein.
Dann wird der
Rettich so, wie er ist, in einem passenden Topf gekocht, dazu geben Sie
noch einen Teelöffel Salz ins Wasser, acht bis zehn Minuten köcheln,
dann ist er gar. Rausnehmen, abkühlen lassen, danach legt man ihn in die
Marinade und stellt ihn für Stunden in den Kühlschrank.
So, jetzt kommen wir zu den Linsen. Ich nehme meist gelbe und
rosafarbene oder auch nur rosafarbene, aber an und für sich ist es für
die Optik ganz schön, wenn man zwei verschiedene Sorten hat. Die Linsen
(120 Gramm für vier Personen) werden ganz kurz gewaschen, dann
angeschwitzt in Pflanzenöl mit einer klein gewürfelten Schalotte. Dazu
kommt ein bisschen Rohrzucker, und eine Knoblauchzehe, fein geschnitten,
das Ganze wird abgelöscht mit zwei Esslöffeln weißem Balsamico, mit
Gemüsebrühe bedecken. Die Linsen lasse ich so zehn Minuten köcheln, man
muss aufpassen, dass sie nicht anbrennen – immer wieder mit ein bisschen
Gemüsebrühe auffüllen.
In die abgekühlten Linsen kommt der
geriebene oder mit dem Messer geschnittene Rettich und dazu frischer
gehackter Koriander. Abgeschmeckt wird mit einem kleinen Schluck süßer
Sojasauce, Ketjap Manis, die findet man im Asiamarkt, und ein bisschen
Pflanzenöl. Das war’s dann schon.
Dieser Linsensalat passt ganz prima zu gebratenem Fisch oder gebratener Entenleber.
Holger Zurbrüggen kocht in seinem Retaurant Balthazar am Kurfürstendamm.
(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 24.10.2010)