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Sauerkirschparfait |
Für den Nachtisch müssen Sie fleißig Sauerkirschen pflücken, vielleicht
haben Sie ja Freunde, die einen Garten samt Kirschbaum haben, die
werden froh sein, wenn Sie kommen, weil sie in Früchten ersticken.
Sonst gehen Sie eben auf den Markt. Für sechs Personen brauchen Sie ein
Kilo Sauerkirschen, das soll ja richtig nach was schmecken.
Die Früchte werden gewaschen und halbiert, der Kern kommt raus, der
Stiel natürlich auch. Das reine schöne Fleisch wird mit drei Esslöffeln
Zucker kurz aufgekocht. Danach werden die Kirschen mit dem Zauberstab
püriert, das Ganze lasse ich abkühlen. Jetzt schlage ich zwei Eigelb
und ein ganzes Ei über dem Wasserbad mit einem Esslöffel Zucker und ein
bisschen Kirschwasser, 2 cl, schön auf und danach wird die Masse auf
Eis oder kaltem Wasser kalt geschlagen. Da kommen jetzt 125 Gramm
Mascarpone rein, damit das Ganze eine schöne Bindung hat, außerdem ein
Esslöffel Sauerrahm. Das Sauerkirschpüree wird ganz langsam
untergehoben, so dass man eine homogene, luftige Masse hat. Die meisten
machen Parfait ja mit Schlagsahne, ich nehme lieber Mascarpone, weil
durch das Fett nicht diese Kristalle beim Frieren entstehen.
Die Masse füllt man portionsweise in Tassen oder andere Behälter, gut
sind auch Parfaitformen aus Metall, und stellt sie in die
Tiefkühltruhe; in drei, vier Stunden ist das Parfait fertig. Wenn ich
es zum Servieren wieder rausnehme, lasse ich es immer noch mal 15
Minuten stehen, dann hat es die richtige Geschmeidigkeit. Parfait ist
ja kein Eis, sondern Halbgefrorenes – eine eiskalte Creme auf Deutsch
gesagt.
Holger Zurbrüggen kocht in seinem Restaurant Balthazar am Kurfürstendamm
(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 12.07.2009)
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