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Spaghetti mit Kaninchenragout |
Am besten nehmen Sie dafür Kaninchenkeule, die ist saftiger – der
Rücken ist immer ein bisschen trocken. Eine Keule reicht für vier
Personen. Die Haut und die Sehnen entferne ich, das Fleisch löse ich
vom Knochen und schneide es in kleine Würfel, so einen Zentimeter groß.
Außerdem schneide ich eine rote Zwiebel (die passt gut zur dunklen
Sauce) in Würfel.
Jetzt brate ich das Kaninchen zusammen mit der Zwiebel und einem
Lorbeerblatt in ein bisschen Olivenöl an, dann gebe ich drei große
Kräuterseitlinge dazu. Die kennt nicht jeder, das sind große,
fleischige Pilze. Aber wer lieber frische Steinpilze mag, kann die
genauso gut nehmen – 100 Gramm sollten es auf jeden Fall sein, klein
geschnitten. Getrocknete Steinpilze nehme ich immer, um Suppen
anzusetzen, das Aroma ist toll, sogar noch besser als die frischen,
aber die Konsistenz ist nicht so schön, wenn man da draufbeißt. Wenn
also alles schön angeschmort ist, gebe ich einen Teelöffel Tomatenmark
zum Würzen dazu und natürlich Salz und Pfeffer, außerdem ein bisschen
frischen Rosmarin. Das lösche ich mit einem Glas Rotwein ab und lasse
es so 20 Minuten vor sich hinköcheln. Da habe ich natürlich noch keine
Bindung, aber das hat auch seinen Sinn. Jetzt koche ich nämlich die
Spaghetti, das würde je nach Dicke sechs bis acht Minuten dauern. Aber
drei Minuten, bevor sie fertig sind, gieße ich sie ab und packe sie,
zusammen mit zwei Esslöffeln geriebenem Parmesan, in die Sauce. Das
wird noch mal so richtig schön durchgeschwenkt. Und wenn ich das Gefühl
habe, das Ganze ist ein bisschen zu trocken, die Nudeln haben die ganze
Flüssigkeit aufgesaugt, gebe ich einfach noch etwas Portwein dazu.
Holger Zurbrüggen kocht in seinem Restaurant Balthazar am Kurfürstendamm
(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 08.02.2009)
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