|
|
 |
|

|
Steinbeißer mit Meerrettichsauce |
Steinbeißer ist herrlich schneeweiß, und das Tolle ist: Ich kann die
Gräten glatt herausschneiden. Bei den meisten Fischen muss man die
Gräten ja rausziehen, hier hat man gleich ein schönes Filet. Pro Person
würde ich so 150 Gramm rechnen. Das Filet wird ganz leicht gesalzen und
dann gleich in Olivenöl gebraten. Ganz kurz, vier Minuten reichen
meistens schon.
Mehr würzen muss ich auch nicht, weil ich eine Meerrettichsauce dazu
mache. In einem Töpfchen einfach ein, zwei gewürfelte Schalotten mit
einem Lorbeerblatt in Butter anschwitzen, mit 5cl Weißwein und noch mal
so viel Fischfond ablöschen (wenn Sie den nicht haben, nehmen Sie
einfach mehr Weißwein). Und dann einen Esslöffel geriebenen Meerrettich
rein. Wenn Sie keinen frischen bekommen, können Sie ihn auch ruhig als
Fertigprodukt nehmen. Dazu eine Löffelspitze Honig, damit der
Meerrettich nicht zu aggressiv wird, und 1cl Wermut. Das Ganze verrühre
ich mit einem Teelöffel Crème Fraîche, salze und für die etwas
fruchtige Note: Zitronensaft oder geriebene Zitronenschale. Das Ganze
wird durchs Sieb passiert, mit dem Zauberstab aufgeschäumt mit einem
kleinen Stück kalter Butter gebunden. Dazu passen Rote-Bete-Kartoffeln.
Dafür brauche ich vier geschälte Kartoffeln, in Würfeln, Scheiben oder
kleinen Kügelchen, und Rote-Bete- Saft (Bio), der schmeckt nicht so
erdig – so viel, dass die Kartoffeln bedeckt sind, und etwas Salz und
Zucker. Die Kartoffeln koche ich in diesem Rote-Bete-Saft, bis sie gar
sind, 10, 15 Minuten. Da haben die sich richtig vollgesaugt. Aus dem
restlichen Fond kann ich am nächsten Tag noch was machen. Zum Beispiel
Fisch mit Rote-Bete-Soße und drumherum ein bisschen Meerrettich. Die
Harmonie zwischen dem Süßen der Roten Bete und dem scharfen
Meerrettich, das ist eine unwahrscheinlich gute Ergänzung für jedes
Fischgericht. Die Meerrettichsauce kann man auch ein bisschen umwandeln
mit etwas Dijon-Senf, dann passt sie gut zum Lamm.
Bei diesem Rezept muss man vom Timing her natürlich erst mit den
Kartoffeln anfangen und dann den Steinbeißer braten, sonst wird der ja
kalt.
Holger Zurbrüggen kocht in seinem Restaurant Balthazar am Kurfürstendamm.
(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 13.01.2008)
|
|
 |
|
|
 |