|
|
 |
|

|
Kartoffel-Rosmarin-Flan |
Für den Flan koche ich die Kartoffeln erst mal, für vier Personen
reichen zwei mittelgroße mehlige, und zwar ungeschält. Ins Wasser gebe
ich aber schon ein bisschen Salz, Lorbeerblatt und etwas Kreuzkümmel.
Wenn die Kartoffeln gar sind, lasse ich sie richtig abdampfen, das
heißt, ich lege sie für zwei, drei Minuten in den auf 180 bis 200 Grad
vorgewärmten Ofen, damit sie die Feuchtigkeit verlieren. Erst danach
schäle ich sie und presse sie gleich durch die Kartoffelpresse, dazu
kommt ein aufgeschlagenes Eigelb, richtig schön fein gehackter
Rosmarin, nicht zu viel, einen halben Teelöffel voll, noch mal genauso
viel Kartoffelstärke und Salz. Das wird alles verrührt und am Schluss
kommt noch ein steif geschlagenes Eiweiß darunter.
Jetzt brauche ich vier kleine Auflaufförmchen, wie für Crème
Caramel; wenn sie größer sind, bricht das Ganze schnell ein. Die werden
gebuttert und da rein kommt die Kartoffel-Rosmarin-Masse. Die wird im
vorgeheizten Ofen, ungefähr zehn bis zwölf Minuten lang, gebacken. Der
Flan geht ein bisschen auf, den kann man einfach stürzen. Man sollte
ihn aber auch relativ schnell servieren.
Ich mache ihn gern als Beilage, zum Beispiel zum Sauerbraten von
der Rehkeule oder zu Entengerichten. Der Flan verlangt eigentlich auch
nach viel Soße. Soße esse ich sowieso gerne.
Für Vegetarierer kann man auch eine größere Portion machen und
dazu Wirsing oder Rahmspitzkohl. Den Kohl schneidet man einfach klein
und schwitzt ihn mit Zwiebelchen an. Dann gebe ich weißen Balsamico und
Gemüsebrühe dazu und lasse es einkochen, würze mit Salz und einer Prise
Zucker. Zum Abrunden kommen Sauerrahm und klein gehackte
Blattpetersilie ins Gemüse. Dann brauche ich auch keine extra Sauce
mehr für den Flan. Im Restaurant empfehle ich dazu einen 2004er
Grauburgunder von Landmann, das ist ein Winzer aus Baden.
Holger Zurbrüggen kocht in seinem Restaurant Balthazar am Kurfürstendamm
(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 10.03.2008)
|
|
 |
|
|
 |